Demoanlage zum gewässerschonenden Maisanbau
Gute Erträge und fruchtbarer Boden

Mann referiert vor Landwirten, im Hintergrund ist ein MaisfeldZoombild vorhanden

© Ulf Felgenhauer / AELF CK

Die Grundlage des Ackerbaus ist ein fruchtbarer Boden. Er verbessert die Nährstoffverwertung und reduziert die Bodenerosion. Um Landwirten zu zeigen, wie man Mais mit geringem Einsatz von Düngemitteln und erosionsmindernden Bodenbearbeitungsverfahren umweltschonend anbauen kann, legt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg-Kulmbach regelmäßig Demoanlagen zum gewässerschonenden Maisanbau an. Auf dem Gewässerdemonstrationsbetrieb von Hubertus von Künsberg aus dem Küpser Ortsteil Schmölz (Landkreis Kronach) wurde auch heuer so eine Anlage angelegt.

Mais bietet viele Vorteile

Was Düngeeffizienz und Pflanzenschutzaufwand betrifft, ist Mais eine beinahe unschlagbare Kultur. Verglichen mit anderen Getreide- oder Futterbaukulturen braucht er am wenigsten Dünger bezogen auf die in der Praxis erzielbaren Erträge. Mais bringt doppelt so viel Ertrag wie Grünland, selbst wenn dieses viermal im Jahr geschnitten wird. Außerdem muss Mais nur ein einziges Mal mit einem Herbizid gegen Unkräuter behandelt werden. Aufgrund dieser Vorteile ist er die Futterkultur schlechthin für Rinderhalter und die effizienteste Kultur für Betreiber von Biogasanlagen.

Ein Blätterdach reduziert die Aufprallenergie von Niederschlägen

Der Maisanbau macht aber auch Probleme. Dazu gehört in erster Linie die höhere Gefahr von Bodenerosion: Nach der Saat ist eine Anschwemmung von Boden häufiger als bei anderen Kulturen zu beobachten. Das liegt auch daran, dass Mais erst Ende April bis Anfang Mai gesät wird, wo die Niederschläge im Regelfall stark ausfallen. Hangneigung und feiner Boden erhöhen die Erosionsgefahr zusätzlich. Dazu kommt, dass Mais nur mit neun bis zehn Pflanzen pro Quadratmeter gesät wird, weshalb der Boden lange unbedeckt bleibt und stark für Bodenabtrag gefährdet ist. Die Gefahr sinkt erst, wenn die Blätter so groß sind, dass sie ein „geschlossenes Blätterdach“ bilden. Dann sinkt die Erosionsgefahr gegen null, da die Blätter die Aufprallenergie des Regens abmildern.

Vergleich verschiedener Anbausysteme

Schild mit Beschreibung der Anbauvariante vor MaisfeldZoombild vorhanden

© Ulf Felgenhauer / AELF CK

Auf der Schauanlage in Schmölz hat Initiator Fritz Asen, Pflanzenbauberater am AELF Coburg-Kulmbach, getestet, welche Bodenbearbeitung am geeignetsten ist, den Bodenabtrag aus Maisfeldern zu reduzieren. So wurde beispielsweise die Direktsaat mit dem sogenannten pfluglosen Anbauverfahren verglichen, bei dem unter anderem Grubber, Kreiselegge und Fräse zum Einsatz kamen. Pfluglose Bodenbearbeitungssysteme gelten als erosionsmindernd. Zudem wurde der Frage nachgegangen, ob Mais eine Unterfußdüngung braucht und welche Nährstoffe wichtig sind. Weitere Themen waren Möglichkeiten von Erosionsschutzmaßnahmen, alternative Unkrautbekämpfung und unterschiedliche Arten von Düngergabe. Dabei wurde modernste Landtechnik eingesetzt, beispielsweise ein Gülletrac, der in einem einzigen Arbeitsgang den organischen Dünger mit dem angebauten Grubber sofort einarbeitet und dem Boden vermischt. Dies reduziert den Verlust von Stickstoff, der ohne Einarbeitung schnell in die Luft abgasen würde und dann für die Pflanzen verloren ist.

Wichtige Erkenntnisse für die landwirtschaftliche Praxis

Die Demoanlage zeigt, dass man auch mit pfluglosen Anbausystemen Mais erfolgreich anbauen und damit die Bodenerosion deutlich reduzieren kann. Zwischen den unterschiedlichen Anbauverfahren war kein Unterschied im Sommer in der Maisentwicklung zu beobachten. Eine weitere Erkenntnis ist, dass man auch mit einer reduzierten Düngermenge gute Erträge erzielen kann. In diesem Aufbau zeigte auch eine sehr stark reduzierte Düngung keinerlei negative Ertragsmengen. Die Ursache dafür ist, dass aufgrund der langjährigen bodenschonenden und fruchtbarkeitsfördernden Bewirtschaftung durch den Betriebsleiter der Boden in einem sehr guten Zustand war. Gefördert wird die Bodenfruchtbarkeit beispielsweise durch den Anbau von Zwischenfrüchten wie Senf, den man derzeit an den gelb blühenden Feldern erkennt. Die Erkenntnisse werden der landwirtschaftlichen Praxis an die Hand gegeben.

Vorträge und Landtechnikausstellung

Gülleschlepper mitAnhänger auf einer WieseZoombild vorhanden

© Ulf Felgenhauer / AELF CK

Im Anschluss referierten die Pflanzenbauberater Fritz Asen (AELF-Coburg-Kulmbach) und Peter Schwarzott (AELF Bayreuth-Münchberg) in der Gastwirtschaft Bauer in Schmölz über 50 Jahre Erfahrungen und Schlussfolgerungen mit dem Maisanbau in der Praxis und die richtige Kombination von Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und Pflanzenschutz zur Gräserbekämpfung beim Getreideanbau. Begleitet wurde die Veranstaltung von einer Ausstellung moderner Landtechnik, darunter Sägegeräte, Gülleausbringtechnik und Geräte zur Bodenbearbeitung.