Musterbestände zum Waldumbau
Musterbestand Eichensaat in Burgkunstadt

Musterbestand Eichensaat

© Wolfgang Weiß

Die Stadt Burgkunstadt betreibt seit Jahrzehnten Waldumbau: großflächige Nadelwälder werden zu naturgemäßen, klimastabilen Laubwäldern umgebaut. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Eiche. Sie ist tolerant gegen hohe Temperaturen, verträgt Trockenheit besser als viele andere Baumarten und ist auf den Böden des Stadtwaldes ideal geeignet. Doch wie kann man nun möglichst viel Eiche in seinem Wald etablieren?

Baumarten wie Fichte, Kiefer und auch Buche, die heute den Hauptteil unserer Wälder ausmachen, kommen besonders im Reinbestand zunehmend an ihre ökologischen Grenzen. Daher ist es wichtig, die Waldbestände möglichst frühzeitig an die sich ändernden Klimabedingungen anzupassen.

Musterbestand Eichensaat in Burgkunstadt

Ausgangslage

Der Ausgangsbestand war ein geschlossener 3 ha großer Kiefernwald mit einzelnen Eichen, Fichten und Birken aus dem Jahr 1880. Die Kiefern weisen zum Teil eine sehr gute Qualität auf. Durch Hitze und Trockenheit zeigen Fichte und Kiefer seit Jahren Vitalitätseinbußen und teilweise großflächige Ausfälle z.B. durch Borkenkäfer. Ein dichter Bewuchs aus Heidelbeere verhinderte die Naturverjüngung von alten Samenbäumen.

Motivation und Zielsetzung des Waldbesitzers

Die Stadt Burgkunstadt betreibt seit Jahrzehnten Waldumbau: großflächige Nadelwälder werden zu naturgemäßeren, klimastabilen Laubwäldern umgebaut. Ziel ist die Erhöhung des Laubholzanteils von 10% auf 75%. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Eiche, die besonders tolerant gegen hohe Temperaturen und Trockenheit ist.

Maßnahme

keimende EichelZoombild vorhanden

keimende Eichel

Wie kann man nun möglichst viel Eiche in seinem Wald etablieren? Die Antwort für den Stadtwald Burgkunstadt war die Eichensaat.

Die Saat hat viele Vorteile:

  • hohe Flächenleistung
  • ungestörte Wurzelentwicklung
  • hohe genetische Vielfalt
  • hohe Stückzahlen auf der Fläche, dadurch bessere Qualität

Der Weg bis zum heutigen Erscheinungsbild

Im Jahr 2011 wurde die Eichensaat durchgeführt.

Dazu waren folgende Arbeitsschritte notwendig:

  • Einschlag von 1/3 des Vorrats (100 fm/ha) zwei Jahre vor der Saat. Dadurch entstand eine sogenannte "lockere Schirmstellung" mit optimaler Belichtung für die Eichen
  • Bau eines schwarzwildsicheren Zaunes auf 3 ha
  • Anlage von 1 m breiten Frässtreifen mit kleinem Schlepper und Anbaufräse
  • Aussaat der Eicheln per Hand
  • Saatgutmenge: 440 kg/ha
  • Einarbeiten der Eicheln in einer langsamen zweiten Überfahrt der Fräse
  • im Folgejahr: Pflanzung von Buche als dienender Nebenbestand
Sechs Jahre nach der Saat sind ca. 7700 Eichen pro ha vorhanden, die durchschnittliche Höhe ist 61 cm. Das heutige Fazit: die Saat ist gut gelungen und hatte einen hohen Anwuchserfolg.

Zukünftige Maßnahmen

Der Zaun muss immer wieder kontrolliert werden, damit er wilddicht bleibt. In den nächsten Jahren müssen erneut Kiefern gefällt werden (ca. 75 fm/ha), um die jungen Eichen mit ausreichend Licht zu versorgen. Dabei werden vor allem die qualitativ schlechten Kiefern geerntet. Nach der Holzernte sollte eine Schlagpflege erfolgen, bei der umgeknickte Eichen aufgerichtet oder Beschädigte entfernt werden. Aufkommende Haselsträucher müssen entfernt werden, wenn diese die Verjüngung behindern.

Lageplan und Anfahrtbeschreibung

Parkmöglichkeiten bestehen z.B. bei Meuselsberg. Von dort aus ist die Fläche durch einen entwas weiteren Laufweg gut zu erreichen.

Lageplan - BayernAtlas Externer Link

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