Exkursion der Hauswirtschaftsschule auf den Betrieb Balzar-Mohr in Neuenmarkt
Den Garten ertragreich und naturnah bewirtschaften

Öl wird aus Flasche in Schale gegossen

© Ulf Felgenhauer / AELF CK

Wie man das volle Potenzial eines Gartens nutzt und welche Betriebszweige sich daraus für einen landwirtschaftlichen Betrieb ergeben können – das erfuhren die Studierenden der Landwirtschaftsschulen Bayreuth und Kulmbach, Abteilung Hauswirtschaft im Fach Garten und Natur.

Organisiert von der Kulmbacher Fachlehrerin Birgit Distler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg-Kulmbach lernten sie bei einer Exkursion im Juli 2026 auf den Betrieb Balzar-Mohr in Neuenmarkt (Landkreis Kulmbach) alles vom richtigen Sommerschnitt an Obstgehölzen bis hin zur Aussaat von Wildpflanzen.

Wildpflanzen – gut für Mensch und Natur

Heimische Wildpflanzen sind ein besonderes Gut. Oft wachsen diese in einer bestimmten Form nur in einer speziellen Region. Am Betrieb Balzar-Mohr werden die gebietsheimischen Pflanzen vermehrt, indem Samen gesammelt und ausgepflanzt werden. Anschließend wird daraus wieder Saatgut gewonnen – und dieses landet dann beispielsweise in Blühmischungen. Die Saatgutvermehrung ist nicht nur ein interessanter Betriebszweig – die Studierenden lernten, dass der Anbau auch aus hauswirtschaftlicher Sicht sinnvoll sein kann, erklärte Fachlehrerin Birgit Distler: „Regionale Blühpflanzen werten den Garten auf und locken Insekten an. Wildkräuter sind dazu noch eine schmackhafte und gesunde Ergänzung für die Küche.“ Heimische Wildpflanzen sind also ein Gewinn für Mensch und Natur.

Reiche Ernte aus dem Garten – Gehölzschnitt und Pflege

Ein weiteres Standbein des Betriebs ist der Obstanbau. Ein Großteil der Ernte wird in der hauseigenen Brennerei zu Bränden, Geisten und Likören destilliert. Wie die Ernte möglichst reichlich ausfällt, erläuterte Tizian Schwarz auf einer Streuobstwiese des Betriebs. Der gelernte Gartenbauer führte vor, worauf man beim Obstbaumschnitt achten sollte. Ein wichtiger Hinweis des Profis: „Schaut euch den Baum immer von allen Seiten an und habt keine Scheu beim Zurückschneiden.“ Daneben war auch der Rückschnitt von Beerensträuchern ein Thema.

Auf großes Interesse bei den Studierenden stieß auch die Pflege von Tomatenpflanzen. Welche Sorten müssen ausgegeizt werden? Wie funktioniert der Anbau im Kübel? Und was muss sonst noch beachtet werden? Dabei gab Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege Elisabeth Freund praktische Tipps: „Wenn ihr das Laub der Pflanze zurücknehmt, fördert ihr das Fruchtwachstum und beugt Pilzerkrankungen vor. Aber schneidet nicht zu viel weg, da es auch als Sonnenschutz dient und gut für das Aroma ist.“ Dasselbe gilt auch für den Wein, bei dem sie den Studierenden außerdem den Rückschnitt erklärte.

Viele Impulse für das Fach Garten und Natur und darüber hinaus

Die Exkursion zeigte den Studierenden der Teilzeitschule nicht nur außergewöhnliche Betriebszweigmöglichkeiten in der Landwirtschaft auf. Sie nahmen auch viel Wissen und praktische Tipps mit, wie man den eigenen Garten effizient und naturnah nutzen kann. Abschließend fand ein reger fachlicher Austausch statt.